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  07.00.2005  15:01   +Feedback

Eine Art Sommerfrische...

Nicht nur der "Auschwitzüberlebende" Hajo Meyer ("eine andere jüdische Stimme") und sein glatt koscherer deutscher Verleger Abraham Melzer ("das andere jüdische Programm") phantasieren über das "Ende des Judentums", die Hamas ("eine andere palästinensische Position") tut es auch. Ein Hamas-Sprecher namens Mahmoud Azahar sagte in einem Gespräch mit dem "Corriere della Sierra", seine Organisation lehne die Gründung eines palästinensischen Staates in den Grenzen von 1967 ab. Und: "Auf lange Sicht wird Israel vom Erdboden verschwinden."
Im Gegensatz zu Meyer und Melzer vertritt Azahar palästinensische Interessen, die legitim sind, obwohl sie einem naiv-aggressiven Wunschdenken entspringen. Man muß ihm dafür dankbar sein, daß er nicht taktiert und herumeiert, sondern klar sagt, was das Ziel seiner Orgainisation ist: Nicht zwei Staaten, die friedlich nebeneinander koexistieren, sondern gar kein Israel und ein judenfreies arabisches Palästina in den Grenzen des britischen Mandatsgebietes von 1948.
Davon träumen auch die deutschen Neo-Nazis: daß die blöden Araber den Job zu Ende bringen, den die Eltern und Großeltern der jungen Braunen nicht vollenden konnten, weil sie von den Amis und den Russen daran gehindert wurden. Auf der Homepage "störtebeker.net" wird Mahmuod Azahar zustimmend zitiert und sein Weitblick mit diesen Sätzen kommentiert:

"So gleicht der Judenstaat in vielem den früheren Kreuzfahrerstaaten, die auf dem gleichen Territorium vom 11. bis zum 13. Jahrhundert existierten, dann aber letztlich vom Islam verschluckt wurden, nachdem man in Europa in ihnen ein Verlustgeschäft sah, daß sich nicht mehr rentierte und das dazu führte, daß man letztlich ihrer überdrüssig geworden war. Fromme Appelle zur Rettung des angeblich Heiligen Landes änderten daran auch nichts. Ähnlich wie den früheren Kreuzfahrerstaaten verdankt auch Israel den Hauptteil seiner staatlichen Existenz weniger der eigenen Kraft, als vielmehr überseeischer Unterstützung aus den USA und Europa. Ohne diese hätte der Judenstaat im Nahen Osten aufgrund seines aggressiven Charakters sowie der Arroganz und Borniertheit seiner Staatsangehörigen und deren Gönner längst eine selbstverschuldete Pleite erlebt, gegen die die Verfolgung der Juden unter den Nationalsozialisten noch eine Art Sommerfrische gewesen wäre." (Rechtschreibung wie im Original)

Von der "Sommerfrische" abgesehen, ist dies auch die Meinung und die Hoffnung von Meyer und Melzer: daß der Judenstaat eine "selbstverschuldete" Pleite erlebt und von der Landkarte verschwindet. Die Frage, die sich nun stellt, ist die: hat Meyer von den Neo-Nazis abgeschrieben oder haben die Neo-Nazis bei Meyer abgekupfert? Wie dem auch sei: Great minds think alike, auch wenn es Antisemiten sind.
Und daß Juden keine Antisemiten sein können, ist eine Illusion, der solche Jammergestalten wie Norman Finkelstein, Meyer, Melzer und Noam Chomsky ihre kleinen Konjunkturen verdanken.

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