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Auslese



  27.03.2015   13:20   Leserkommentare

“Sie tragen die Betroffenheit im Gesicht”

Was man zu dem widerlichen Katastrophentourismus und der medialen Leichenfledderei, deren Zeugen wir seit drei Tagen werden, sagen muss, haben am dieser Stelle bereits Wolfgang Röhl und Hansjörg Müller gesagt. Gestern Abend gab es allerdings im RTL-Nachtjournal einen weiteren Tiefpunkt, der es verdient, festgehalten zu werden. Ein Gerichtsmediziner erklärte, wie man die Leichenteile zusammensetzt und sie identifiziert.

Der RTL-Zuschauer will es eben ganz genau wissen.

Nicht minder gruselig war der Bericht von einer Münchener Bussi-Pussy-Party, deren Teilnehmer sich vor Betroffenheit nicht mehr einkriegen konnten. Es ist furchtbar, es ist wirklich grausig, aber das ist ja immer so, das ist ja das, was auf dieser Welt ständig passiert, die einen feiern, die anderen sterben….

Das Allerbeste aber, das uns in den letzten Tagen...

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Kategorie(n): Bunte Welt 


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  27.03.2015   08:00   Leserkommentare

Der Euro wird Einheitswährung genannt, ohne eine zu sein

Die Schweizerische Nationalbank hat am 15. Januar 2015 die Anbindung des Frankens an die europäische Gemeinschaftswährung gekappt. Seitdem stehen diese vier Fragen im Raum: Was bedeutet das für den Euro? Für den Franken? Für die SNB? Und: wann ist eine Nationalbank eigentlich bankrott?

I. Die SNB hat mit dem Euro keine Einheitswährung gekauft

Erkenne die Währung, die du kaufen willst. Soll es eine Einheitswährung sein? Oder doch lieber nicht?

Nehmen wir den US-Dollar. Er wird zwar von zwölf verschiedenen Zentralbanken zwischen New York und San Francisco emittiert, ist aber gleichwohl immer derselbe Dollar. Der Grund: er ist mit US-Staatspapieren im Eigenkapital der zwölf Häuser besichert, denselben Staatspapieren, die auch von ihren Geschäftsbankkunden als Pfand gestellt werden.

Ist ein US-Papier im Nennwert von 1000...

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Kategorie(n): Inland  Ausland  Wirtschaft 


  27.03.2015   00:23   Leserkommentare

Flug 4U 9525

Es war nach meiner Erinnerung im Sommer 2010, als stern.de die Kommentarfunktion abschaltete und Leser auf seine Facebook-Seite verwies. Redaktionsinterne Begründung, damals: zu teuer. Man müsste einen Drei-Schichten-Personalapparat installieren, um irre und, vor allem, rechtlich angreifbare Kommentare auszusortieren. In diesen Tagen kommt mir die Entscheidung beinahe visionär vor. Der Gestank von Betroffenheitserbrochenem, Verschwörungsmüll und Kluggeschissenem aus den für alle Idioten offenen Medienportalen ist mittlerweile so penetrant, dass man ihn wahrscheinlich bis auf die Reiseflughöhe eines A320 riechen kann.

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Kategorie(n): Kultur 


  26.03.2015   16:36   Leserkommentare

Buchbesprechung: In guten Händen, in einem guten Land

Victoria lebt im besten Land der Welt, leider ohne ihre Mutter, ohne ihren Vater, überhaupt ohne jede Familie. Heimlich steht sie am Fenster des Kinderheims im Hohen Norden der Sowjetunion und wünscht sich, dass eines Tages sie jemand abholen käme.  Ihre Freundinnen haben Erinnerungen an ein Haus mit Garten in Georgien oder Cousins und Cousinen. Victoria erinnert sich nur an Heime. Ihre Mutter lebt, so viel weiß sie. Damit ist sie besser dran, als die meisten anderen Mädchen im Heim. Aber ihre Mutter hat etwas Schlimmes getan, deshalb ist sie im Lager und kann sich nicht um ihre Tochter kümmern.

Victoria hat sich angepasst ans Heimleben. Sie gilt nicht als schwierig und hat deshalb keine größeren Probleme mit den Erzieherinnen. Das Heim ist ihr Zuhause. Ein anderes hat sie nicht. Als sie eines Tages unerwartet Besuch bekommt,...

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Kategorie(n): Kultur 


  26.03.2015   15:08   Leserkommentare

Flugzeugunglück: Deplatzierte Selbstdarsteller

11.36 Uhr war es, als am Dienstag die ersten Meldungen über den Flugzeugabsturz in den französischen Alpen über die Ticker der Nachrichtenagenturen liefen. Noch am Nachmittag flogen der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier und sein Kabinettskollege, Verkehrsminister Alexander Dobrindt, nach Marseille. Von dort reisten sie an den Unglücksort weiter, um sich im Lagezentrum über den Stand der Dinge informieren zu lassen.

Gestern taten es die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident François Hollande und Spaniens Premier Mariano Rajoy den Ministern gleich. «Die Tragödie bestimmt die Agenda», liess Merkel verlauten. Sie wolle «sich selbst ein Bild machen».

Tatsächlich muss die Berechtigung derartiger Reisen jedem vernünftig denkenden Menschen fragwürdig erscheinen: Glaubten Merkel, Hollande und...

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Kategorie(n): Inland  Ausland 


  26.03.2015   08:00   Leserkommentare

Fachkräftelücke? Das Bildungssystem stellt sich dumm

Auf den ersten Blick ist die Berufswelt in Deutschland so heil wie lange nicht mehr. Es sind mehr Menschen in Arbeit und Brot als je zuvor. Doch die Zukunft dieser heilen Welt ist auch so unsicher wie lange nicht mehr. Eine wachsende Zahl privater und öffentlicher Arbeitgeber findet kein passendes Personal mehr, das Wort von der Fachkräfte-Lücke macht die Runde. Die günstigen Arbeitsmarktzahlen können also ein Übergangsphänomen sein: Eine Nachfrage nach Arbeitskraft stößt zwar „gerade noch“ auf ein Angebot an Arbeitskräften, aber schon jetzt hält dies Angebot nicht mehr, was es verspricht. Viele Arbeitsverhältnisse werden nach kurzer Zeit wieder aufgegeben. Die Berufstätigkeit bekommt immer mehr Versuchscharakter, man probiert es mal. Ein zunehmender Teil der Schulabgänger bringt nicht mehr die Voraussetzungen mit, um...

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Kategorie(n): Inland  Wirtschaft 


  25.03.2015   08:00   Leserkommentare

Der Mann, der Deutschland erschuf

Am 1. April jährt sich Otto von Bismarcks Geburt zum 200. Mal. Sein grosses Werk, das Preussisch-Deutsche Reich, überlebte ihn gerade einmal um zwei Jahrzehnte.

Otto von Bismarck, der deutsche Kanzler und Reichsgründer, war ein Mann zweier Welten. Väterlicherseits entstammte er dem alten preussischen Adel, seine Mutter kam aus einer Beamtenfamilie. Das Kommende und das Vergehende verbanden sich in der Ehe seiner Eltern, die alte Elite, die ihre Privilegien ihrer Geburt verdankte, und die neue, die dabei war, sich ihre Stellung in den Hörsälen und Bibliotheken der Universitäten zu erarbeiten.

In Bismarcks Person spiegelte sich die Zerrissenheit der Epoche: Geboren wurde er am 1. April 1815 auf dem Landgut Schönhausen an der Elbe, wo seine Familie seit dem späten 16. Jahrhundert ansässig war. Zunächst schlug er die Laufbahn...

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Kategorie(n): Inland  Wissen 


  24.03.2015   15:00   Leserkommentare

Der Handtaschenindikator

Von Quentin Quencher

Dirk Maxeiner ist ein Handtaschen-Autist. So jedenfalls outete er sich auf der Achse des Guten. Bislang hatte er die weibliche Handtasche nicht wahrgenommen oder nur als Mode-Accessoire. Und so begibt er sich auf eine Reise über die Kulturgeschichte der Handtasche. Ich möchte ihm nicht widersprechen, doch begeht er eine kleine Nachlässigkeit, wenn er die Betrachtung auf Person und Objekt reduziert, auf das Verhältnis der Handtasche zu ihrer Trägerin, oder umgekehrt. Darauf wie die Handtasche getragen wird, geht er nur ganz kurz ein, als er Margaret Thatcher erwähnt, ohne deren Person wohl die Kulturgeschichte der Handtasche unvollständig erzählt wäre. Diese nutzte ihre Handtasche nämlich auch, um Emotionen auszudrücken. Für den Beobachter wurde die Handtasche zum Indikator über die Befindlichkeiten oder...

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Kategorie(n): Ausland  Kultur