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Auslese



  23.04.2014   22:46   Leserkommentare

Was uns so bewegt

Die verlagsunabhängig ermittelten IVW-Auflagezahlen für das 1. Quartal 2014 sind da. Danach sackte die „harte Auflage“ des „Stern“ (Claim: „Was uns bewegt“) innerhalb eines Jahres um 22,3 Prozent. „Und am Kiosk fand das Magazin sogar über 31 Prozent weniger Käufer als vor einem Jahr“, schreibt der Mediendienst „dwdl.de.“ Morgen erscheint der Stern mit der leckeren Titelstory „Die vegane Versuchung“. Vegan (nix, was mit Eiern kontaminiert wurde! Honig ist Bienenerbrochenes! Vegetarier sind Mörder!) blätterfuttert und zetert eine Sekte von schätzungsweise 0,1 Prozent der Deutschen. „Keine Angst vorm neuen stern“ hieß die Werbekampagne zum Relaunch der bekanntesten deutschen Illustrierten im März 2013.

Kann die Konkurrenz unterschreiben.

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Kategorie(n): Kultur 


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  23.04.2014   20:53   Leserkommentare

Silvis Culture Club (57): Dumme Kundin an Klopapier

Die Dame an der Kasse ist genervt. Ja, so ein Kunde kann schon blöd sein. Mein Vergehen: Ich habe den Einkaufswagen nicht so platziert, dass sie sich problem- und vor allem bewegungslos davon überzeugen kann, dass ich nichts geklaut habe. Sie verdreht die Augen und dirigiert mich an jenen Punkt, an dem sie den besten Ausblick hat: „Der Wagen muss genau unter dem Spiegel stehen!“ Leider habe ich verabsäumt, mich mit der Platzierung der Spiegel in diesem Drogeriemarkt vertraut zu machen, aber es gibt ja das kluge Personal: „Sie stehen davor. Da sehe ich nichts.“  Aha.

Genau betrachtet stehe ich schräg unter dem Spiegel und sie müsste nur den Kopf heben, um den perfekten Blick in den leeren Wagen zu haben, aber ich möchte nicht diskutieren. „Kundenkarte?“, fordert sie im Kasernenton. Ich beteilige mich nicht an diesem...

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Kategorie(n): Kultur 


  23.04.2014   09:14   Leserkommentare

Warum soll man Marquez, warum soll man große Literatur lesen?

Julian Bielicki

Wenn die FAZ ischreibt, Gabriel Garcia Marquez hätte als Motto zu seinem autobiographischen Buch den Satz gewählt: “Das Leben ist nicht das, was geschah, sondern das, woran man sich erinnert und wie man sich daran erinnert.”, dann stimmt es nicht. Marquez hat nämlich etwas Gegenteiliges behauptet, tatsächlich hat Marquez geschrieben: „Das Leben ist nicht das, was man gelebt hat, sondern das, woran man sich erinnert und wie man sich daran erinnert, um es zu erzählen.“ - „La vida no es la que uno vivió, sino la que uno recuerda y, cómo la recuerda para contarla.” Auch deswegen hat Marquez diesem seiner letzten Bücher den Titel: „Vivir para contarla“ – „ Leben, um davon zu erzählen“ gegeben. Um davon zu erzählen, und nicht lediglich, um sich daran zu erinnern.

Offenbar wollen jedoch die meistens...

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Kategorie(n): Kultur 


  23.04.2014   08:18   Leserkommentare

Tagebuch der Friedlichen Revolution

Dreiundzwanzigster April 1989

In Polen veröffentlicht das Bürgerkomitee der Gewerkschaft Solidarność eine Liste mit eigenen Kandidaten für die bevorstehende Parlamentswahl. Nun wird es Ernst mit der Vielparteien-Demokratie.

In der Bundesrepublik versichert der Chef der FDP, dass ihm eine Rot-Grüne Regierung lieber sei, als ein Bündnis mit den Republikanern. Die Schönhuber-Partei, gegen die es damals einen Aufruf aller im Parlament vertretenen Parteien gab, spielt schon lange keine Rolle mehr.

Vierundzwanzigster April 1989

Am nächsten Morgen ist es das Frühstücksgespräch in den meisten Betrieben und Institutionen. Das Neue Deutschland schreibt dagegen unverdrossen von einer „Breiten Volksaussprache in Städten und Gemeinden“ vor den Kommunalwahlen am 7. Mai.

In Westdeutschland berichtet Bild, wie Formel-1-Fahrer...

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Kategorie(n): Inland 


  23.04.2014   00:51   Leserkommentare

Der Dichter und die Schreiber

Mit seinen 18 Jahren gehört Yahya Hassan zu den erfolgreichsten Lyrikern Europas. Hassan stammt aus einer palästinensischen Familie, besitzt den dänischen Pass, lebt und Kopenhagen und schreibt dänisch. Von seinem Gedichtband, der auf dem Titel nur seinen Namen trägt, verkauften sich innerhalb kurzer Zeit 100 000 Stück. Wer seine Verse liest, kann sie als Gedichte wahrnehmen – oder auch als seitenlangen, nur leicht variierten Rap über das arabische Einwanderermilieu, aus dem er stammt, und das er als bigott, verlogen, dumpf und gewalttätig beschreibt, wie es nur jemand kann, der selbst einmal in dieser Welt steckte.

“Ich hasse eure Kopftücher und eure Korane/Und eure analphabetischen Propheten/Eure indoktrinierten Eltern“ heißt es in einem von Hassans Gedichten. Er beschreibt die abgekapselten Einwandererfamilien,in...

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Kategorie(n): Kultur 


  22.04.2014   17:56   Leserkommentare

Weiblich, vegan, tolerant, links, pflegeleicht und blöd sucht…

Berliner aufgepasst! Sollten Sie zufällig eine WG in Friedrichshain/Kreuzberg bewohnen und gerade ein Zimmer frei haben, so müssen Sie unbedingt diese Bewerberin im Auge behalten: Mona, 31 Jahre jung, „fröhliche offen linke und offen feministische Studentin der Geschichte“. Denn Mona ist nicht nur „grundsätzlich pflegeleicht“, sondern auch die personifizierte Toleranz. Aktuell hält sie Ausschau nach einem WG-Zimmer und erklärt in einem Inserat auf „wg-gesucht.de“, was die „weltoffene und antikapitalistische WG“ ihrer Träume alles mitbringen muss, um Mona als Mitbewohnerin an Land zu ziehen:

„Ihr solltet alternativen Lebensmodellen gegenüber aufgeschlossen sein und Toleranz zu euren obersten Werten zählen. Ebenso wäre es super, wenn sich bereits eine Waschmaschine zur Mitbenutzung in der WG befindet.“

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Kategorie(n): Bunte Welt 


  22.04.2014   16:39   Leserkommentare

Panzer um Panzer, Ehrenmal um Ehrenmal

Der bislang überflüssigste Vorschlag in Sachen Ukraine-Krise kam jetzt von der BILD und der BZ. Als Zeichen gegen den russischen Militarismus und weil sie „martialische Kriegssymbole“ sind, sollen die Panzer vor dem Ehrenmal im Berliner Tiergarten verschwinden. Die Leser werden dazu aufgerufen, sich an den Petitionsausschuss des Bundestags zu wenden.

Konkret geht es bei den beiden Panzern um Fahrzeuge, die verglichen mit heutigem Kriegsgerät so martialisch aussehen wie ein Bobby Car neben einem Leopard 2. Sie stehen auf zwei Steinmauern und gehören zu einer Anlage, auf der an die gefallenen Soldaten der Roten Armee erinnert wird. Alleine 80.000 Rotarmisten starben, bevor Berlin fiel.

Diese Panzer befreiten Europa von den Nazis und sorgten für ein Ende des millionenfachen Mordes an den Juden. Um Deutschland zu besiegen, reichte...

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Kategorie(n): Inland  Ausland  Kultur 


  21.04.2014   20:39   Leserkommentare

Bitte lüften!

Am 25.8.2011 veröffentlichte das Umweltbundesamt auf seiner Internetseite eine ziemlich merkwürdige Pressemitteilung. Der Titel lautete: „Energiesparlampen - Bei Bruch ist Lüften das A&O“.

Weil ich damals keine behördlichen Mitteilungen über empfohlene Verhaltensmuster in ähnlichen Situationen - wie z.B. bei gerissenen Kondomen - kannte, las ich mit großem Interesse weiter.

Mittlerweile weiß jeder Schulabbrecher, worum es damals ging: Mit den Verordnungen Nr. 244/2009 und 245/2009 – beide wurden am 18.3.2009 verabschiedet – hat uns die EU-Kommission zu Zwangsverbrauchern von Leuchtmitteln gemacht, die Quecksilber enthalten - und das trotz der Tatsache, dass es dieselbe EU war, die im April 2009 den Vertrieb von Quecksilberthermometern wegen Vergiftungsgefahr untersagt hatte.

Aber nicht nur Quecksilberthermometer...

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Kategorie(n): Wissen