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Beiträge von  

  30.03.2014   12:01   Leserkommentare (1)

Meine Lieblingskaffeehäuser weltweit

Zabar’s, 2245 Broadway, New York City

Ein Café im europäischen Sinne ist Zabar’s weiß Gott nicht. Das will es auch gar nicht sein, solche Mätzchen überlässt man in New York lieber den Cafés in Soho und Greenwich Village. Eher ist es die an den besten Delikatessenladen weltweit angeschlossene Imbissstube.
Als Deutsche outet man sich augenblicklich, wenn man, so wie ich, angewidert den Müll vom Tisch sammelt und ihn anschließend abwischt. „Wow, I’ll take You home with me, honey!“  kommentierte eine ältere Dame prompt. Nirgendwo sonst in New York kann man gleichzeitig so preiswert und so hervorragend speisen. Gemütlichkeit kommt in der übervollen Winzkantine zwar nicht auf, aber dafür kann man beim Essen durch die großen Fenster das brausende Volksleben auf dem Broadway beobachten. Es gibt herrliche Klassiker der...

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Kategorie(n): Kultur  Wirtschaft  Bunte Welt 

  12.02.2014   15:59   Leserkommentare (6)

Der Mensch gewöhnt sich an allem

Junge Schauspielschülerinnen haben noch nie was von Marlene Dietrich gehört. Dafür kennen sie Miley Cyrus und zwei Adjektive: Krass und Hammer. Na gut, so ist das heute. Auch, dass mein Klempner neulich nicht wusste, wer dieser Heinrich VIII. war, dem er so lachhaft ähnlich sieht, mag noch hingehen. Aber deutsche Studenten, die nicht wissen, in welchem Jahrhundert der zweite Weltkrieg stattgefunden hat? Lehramtsanwärter, die die eigene Sprache nicht mehr beherrschen? Der streitbare Kinderpsychiater Dr. Michael Winterhoff beschreibt in seiner vierten Publikation „SOS Kinderseele“ nicht nur Auswüchse verfehlter Bildungspolitik, sondern appelliert auch dringend an die Verantwortlichen der Gesellschaft, egal ob Politiker, Eltern, Pädagogen oder Lehrer, endlich umzudenken, bevor die Republik der völligen Verblödung anheimfällt....[Weiterlesen…]

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Kategorie(n): Kultur  Bunte Welt 

  15.01.2014   18:31   Leserkommentare (12)

Hurra, wir kommen (nicht)!

Über ihren sexuellen Höhepunkt reden Frauen in der Regel nur miteinander, wenn sie sich mindestens fünf Jahre kennen oder fünf Grappa gekippt haben oder, im günstigsten Falle, beides. Vielleicht ist das auch der Grund dafür, dass man heute noch immer meint, der weibliche Orgasmus sei voller Geheimnisse, wie es im Artikel in der „Welt“ über die Publikation der Wiener Gynäkologin Elia Bragagna heißt.

Tut mir ja leid, aber: Nee, isser nicht.

Wenigstens hört man jetzt vielleicht damit auf, Frauen mit dem Blödsinn vom vaginalen Orgasmus zu neven. Denn dass die Vagina so ziemlich das unempfindlichste Organ ist, weiß jede Frau, die einigermaßen in ihrem Körper zuhause ist. Nicht umsonst vergessen Frauen dort tagelang Tampons der Größe Super-Plus. In der Vagina sind an manchen Stellen so wenige Nervenstränge, dass man dort...

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Kategorie(n): Wissen 

  21.12.2013   18:11   Leserkommentare (18)

Ein Gesetz kann keine Wunder bewirken

Fortsetzung der Debatte um eine Verbot von Prostitution
Eine Replik auf den Beitrag von Gérard Bökenkamp

Mit seiner Kritik am schwedischen Prostitutionsverbot unterstellt Gérard Bökenkamp Politikern und Feministen den naiven Glauben, man müsste nur die Prostitution verbieten, und schon sei die Welt in Ordnung. Niemand hat erwartet, dass das Gesetz mit einem Schlag die Prostitution abschaffen würde. Es geht auch bei der Kampagne der „Emma“ vor allen Dingen darum, eine Debatte anzustrengen. Es geht darum, die Selbstverständlichkeit, mit der Männer seit Jahrtausenden Frauen kaufen, in Frage zu stellen und zu ächten. Ja, ich weiß, dass es marginal auch Frauen gibt, die Männer kaufen, aber die sind die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Die überproportionale Mehrheit von Freiern besteht aus Männern – selbst, wenn ein...

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Kategorie(n): Wissen  Wirtschaft 

  13.12.2013   22:27   Leserkommentare (11)

Das Elend der Prostitution und seine feingeistige Verbrämung

Es ist erstaunlich, was für Debatten seit der von der Zeitschrift „Emma“ angestoßenen Kampagne zur Abschaffung der Prostitution allerorten geführt werden. Prostitution, dass ist ein Thema, bei dem alle mitreden wollen. Am meisten allerdings die, die am wenigsten Ahnung haben. Wir sind doch alle ein bisschen Kiez. Bestimmt? Es galt in Hamburg schon immer die Regel, dass ein Künstler auf St. Pauli hausen muss, weil man angeblich nur dort im richtigen Leben wohnt und sich so die Streetcredibility verschafft, die man mit einer Eigentumswohnung in Harvestehude nun mal nicht so leicht hätte. Ich hatte auch jahrelang meinen künstlerischen Standort auf St. Pauli - allerdings hatte ich in meiner Jugend schon soviel Tuchfühlung mit Schmutz, Armut und Drogensucht, dass das von feingeistigen Intellektuellen so geschätzte Milieu bei mir...

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Kategorie(n): Wissen  Wirtschaft 

  06.12.2013   08:42   Leserkommentare (im Wartemodus)

Bei Obamas zuhause

„Es sind hundertsechs Meilen nach Chicago. Wir haben genug Benzin im Tank, ein halbes Päckchen Zigaretten, es ist Nacht und wir tragen Sonnenbrillen“. Als atmosphärische Einstimmung auf Chicago sollte man unbedingt den Kultfilm „Die Blues Brothers“ sehen. Irgendein Zitat wird immer passen. Wer an einem Freitagabend zum ersten Mal in die Windy City kommt und direkt am Loop, dem Hochbahnring, im Stadtzentrum eintrifft, wird zunächst denken, er sei in einer amerikanischen Kleinstadt gelandet, so ruhig ist. Und dabei gilt doch Chicago als die „Second City“, die zweite Großstadt schlechthin gleich nach New York. Aber Chicago ist nicht New York. Das Getriebe bis in die frühen Morgenstunden, das freundliche Gewimmel von abertausenden Cafés, Delis und Einzelhandelsgeschäften fehlt hier fast völlig. Während eines mehrtägigen...

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Kategorie(n): Ausland  Bunte Welt 

  28.10.2013   19:40   Leserkommentare (1)

Bullock aus der Froschperspektive

Während jedes mehrwöchigen USA-Aufenthaltes gibt es stets ein kulturelles Großereignis, über das täglich in jeder Zeitung, jeder Talkshow und jeder Nachrichtensendung referiert wird. Diesmal handelt es sich um den Film „Gravity“. Er schlägt wochenlang alle anderen Streifen am Box Office. Also sehen wir in einem Kinopalast am Broadway Gravity. Besonders empfohlen wird die 3-D-Version. Das letzte Mal, als wir in einem amerikanischen Kino waren, haben wir den Fehler gemacht, uns einen Softdrink in sogenannter mittlerer Größe zu holen, die in etwa dem Umfang unseres Küchenmülleimers entsprach. Popcorn gab es nur in Pappbechern, die bei uns als Biotonnen durchgehen würden. Da die weibliche Harnblase über ein maximales Fassungsvermögen von 550 ml verfügt, musste ich während „Journey To The Center of The Earth“ genau...

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Kategorie(n): Kultur 

  19.09.2013   07:39   Leserkommentare (4)

Das Aussterben der Langeweile - und die Folgen

Wie geil is das denn? Nee, ne! Geht gar nicht. Boah, ey! Wie geil is das denn? Nee, ne! Geht gar nicht. Boah, ey! Wie geil is das denn? Nee, ne! Geht gar nicht. Boah, ey! Der, der diese vier Phrasen in Endlosschleifen wiederholt, ist Helge Schneider. Je öfter er es sagt, desto komischer wird es. Das Publikum schreit vor Lachen. Bis Schneider sagt: Diese vier Sätze reichen heute vollkommen aus für die normale Kommunikation. Mehr braucht man gar nicht. Er ist ein scharfer Beobachter.

Mein letztes Open-Air Konzert im Hamburger Stadtpark liegt schon eine Ewigkeit zurück. Erinnern kann ich mich an Men At Work; Ton, Steine, Scherben und Mitch Ryder. Besonders letzterer war unvergesslich. Nach zwei Songs lallte er am helllichten Nachmittag „Good night, Hamburg“ ins Mikrophon und torkelte von der Bühne, wurde von der Security...

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Kategorie(n): Kultur  Wissen