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  18.05.2015   00:58   Leserkommentare (1)

Antisemitismus ist schlimm. Manchmal.

In diesen Tagen feiern Deutschland und Israel das 50-jährige Bestehen der diplomatischen Beziehungen. Dazu gehört neben diversen offiziellen Veranstaltungen auch das Bekenntnis, Antisemitismus nicht zu dulden und überall zu bekämpfen. Deswegen träumt die Bundesregierung ja auch immer noch davon, die NPD zu verbieten. Als ob das Verschwinden dieser kümmerlichen Nazipartei auch das Verschwinden des Judenhasses zur Folge hätte. (In Wahrheit hat die NPD den nützlichen Effekt, dass an ihrer Nichtexistenz in Landtagen der fehlende Rückhalt ihrer Ideologie im Land ablesbar ist.)

Warum aber lässt es die deutsche Politik nicht ruhen, dass es die NPD noch offiziell gibt? Es reicht doch, dass sie keinen Einfluss hat und Udo Voigt in etwa das Charisma eines gescheiterten Blitzkrieges besitzt. Eigentlich gibt es genügend Gründe, sich mit...

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Kategorie(n): Inland  Ausland 

  07.05.2015   20:26   Leserkommentare (2)

Game of Thrones und der Islamische Staat

In der ZEIT erschien gerade ein Beitrag zu Game of Thrones. Was nicht so überraschend ist, schließlich ist diese Fantasyserie eine der erfolgreichsten der Welt und Millionen Menschen schauen sich seit nunmehr fünf Staffeln an, welche der mächtigen Familien gerade auf dem Eisernen Thron sitzt. Es fließt viel Wein und noch mehr Blut, es gibt Intrigen und Allianzen (und Drachen!). Es ist auf jeden Fall keine friedliche Welt, in der die Helden dieser Serie sich durchkämpfen müssen.

Überraschend an der ZEIT-Kritik war jedoch, was sie bemängelt und wie sie es begründet. Dass Gewaltszenen oft detailliert gezeigt werde, findet der Autor nicht in Ordnung. Speziell mit Verweis auf eine öffentliche Enthauptung fragt er:

Kann Game of Thrones wirklich ignorieren, dass in Wirklichkeit seit vergangenem Jahr Hinrichtungsvideos der...

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Kategorie(n): Inland  Ausland  Kultur 

  30.04.2015   11:57   Leserkommentare (2)

Wikileaks verbündet sich mit Nordkorea

Einer der Vorfahren von Ben Affleck war Sklavenhalter! Der Schauspieler hatte sich für eine Dokumentation auf die Suche nach seinen familiären Wurzeln gemacht. Als herauskam, dass nicht alle seine Vorfahren Menschenrechtsaktivisten und Frauenrechtlerinnen waren, bat er den TV-Sender, das Detail mit den Sklaven doch bitte auszuklammern. Dieser kam der Bitte nach und verlor im Film kein Wort darüber. Warum jetzt trotzdem alle wissen, dass Affleck einen Skalvenhaltervorfahren hat, liegt an Wikileaks. Dieser Enthüllungsplattform, die einst mit dem Anspruch antrat, die Informationsfreiheit zu schützen und zu retten.

Früher wurden auf dieser Plattform militärische und diplomatische Geheimnisse veröffentlicht und es gab kontroverse Debatten darüber, ob das moralisch gerechtfertigt ist oder nicht. Nun aber hat Wikileaks Zehntausende...

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Kategorie(n): Inland  Ausland  Wirtschaft 

  23.04.2015   00:44   Leserkommentare (3)

Wie man einem Shitstorm die Kraft nimmt

Kein Unternehmen will einen Shitstorm riskieren. Deswegen ist die oberste PR-Devise für den Fall der Fälle, höflich zu sein, Verständnis zu zeigen und dennoch unaufdringlich für die eigene Position zu werben. Auf jeden Fall die Empörten nicht weiter provozieren. Dieses Vorgehen stammt noch aus dem Prä-Internetzeitalter und es ist längst nicht mehr zeitgemäß. Früher gab es sicherlich gute Gründe, Kunden zu besänftigen, die im Laden stehen und sich beschweren. Nicht zuletzt, weil es sich um Kunden handelte. Wer aber heute im Internet an einem Shitstorm teilnimmt oder ihn anzettelt, sieht sich oft nicht als Kunde, sondern als moralische Instanz, die eine Ungerechtigkeit korrigieren will. Irgendetwas entspricht nicht den eigenen Vorstellungen und soll sich darum verändern. Dabei ist der Aufbau von Druck oft der effektivste Weg,...

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Kategorie(n): Inland  Ausland  Kultur  Wirtschaft 

  31.03.2015   17:43   Leserkommentare (1)

Acht Arten, im Internet zu trauern

Seit dem Absturz der Germanwings-Maschine ist diese Tragödie natürlich das Hauptthema in den sozialen Medien. Die Bühne teilen sich dabei acht verschiedene Typen von Diskussionsteilnehmern:

1. Rollenspieler: Sie lassen die sozialen Netzwerke und die Kommentarspalten an ihren „was wäre wenn…“-Planspielen teilhaben, in denen immer sie selbst im Mittelpunkt der Tragödie stehen. Sie suche in ihren Unterlagen nach dem letzten Flugticket und hoffen, auch irgendwann einmal mit Germanwings geflogen zu sein, um wieder neue Reize für diesen schaurig-schönen Absturzporno in ihrem Kopf zu haben. Der wird dann wieder auf Facebook, Twitter und den Kommentarspalten verbreitet.

2. Trauerwächter: Sie belauern shitstormig die Trauerbekundungen der anderen Nutzer und kritisieren sie für ihre Art, sich zum Absturz zu äußern. Sie ätzen...

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Kategorie(n): Inland 

  23.03.2015   11:32   Leserkommentare (6)

Von Feinden Allahs und Feinden Amazons

Es ist mir schon klar, dass das, was in Leipzig nach einer Lesung passiert ist, nicht mit Amazon zu vergleichen ist. Amazon bleibt natürlich der Erzbösewicht für den Literaturbetrieb, keine Frage. Ausgestattet mit Sympathiewerten irgendwo zwischen einem nordkoreanischen Lagerkommandanten und dem Vorsitzenden der FDP in Berlin-Kreuzberg.

Und trotzdem hätte die Nachricht, dass eine Autorin angegriffen wurde, den Literaturbetrieb etwas aufschrecken können. Astrid Korten hatte aus ihrem aktuellen Krimi gelesen, bevor ihr in Leipzig zwei Moslems auflauerten. Sie beschimpften Korten, weil es im Buch um Ehrenmorde geht und schlugen danach auf sie ein. Einer rief: „Jeder Mann hat das Recht, dich mit Füßen zu treten, wenn du behauptest, dass islamische Männer ihre Töchter töten!“ Anstelle eines Ehrenmordes, beließen es die beiden...

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Kategorie(n): Inland  Kultur 

  04.03.2015   00:33   Leserkommentare (3)

Holocaustleugnung an der Uni Auschwitz

Deutschlandweit hat die Polizei nach einem Pärchen gefahndet, das sich während der Kölner HoGeSa-Demonstration über die Opfer des Holocaust lustig machte. Die Frau trug dabei einen Pullover mit der Aufschrift „University Auschwitz“, an dem jeden guten Adolf Normalnazi sofort die überflüssige Verwendung der siegermächtigen Vokabel University stören sollte. Warum nicht einfach Universität?

Wegen des Verdachts auf Volksverhetzung wurden sie nun also zur Fahndung ausgeschrieben. Das ist genau das falsche Signal. Schließlich gehören die beiden zur seltenen Spezies der ehrlichen Antisemiten. Dieses Einfaltspaar lässt keine Fragen offen. So etwas gibt es ja kaum noch. Sogar Bundestagsabgeordnete, die sich der Hamas als Mitstreite im Kampf gegen Israel andienen, wollen keine Antisemiten sein. Dabei hat die Hamas in ihrer Charta...

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Kategorie(n): Inland 

  22.02.2015   14:16   Leserkommentare (5)

Tugendtwitterer und Vernichtungsvokabeln

Twitter ist ein Medium, das Karikaturen von Diskussionen produziert. Aufgrund der wenigen Zeilen, die ein Tweet nur haben kann, beschränken sich die Meinungsäußerungen meistens auf das Formulieren von Beschimpfungen. Dabei siegt, wer die stärkere Vernichtungsvokabel verwendet. Wenn zum Beispiel jemand einen ausführlichen Artikel zur Aufnahme von Flüchtlingen verfasst und dabei pro- und contra-Argumente abwägt, kann eine Antwort folgendermaßen lauten:  „Das ist rassistischer Bullshit!“ Das ist deswegen eine super Antwort, weil die Unterstellung „Rassist“ super ist. Wer diesen Vorwurf ausspricht, sagt damit nämlich automatisch aus, dass er selbst auf der antirassistischen Seite steht. Und wer will das nicht?  Der als Rassist entlarvte wiederum muss jetzt mal sehen, wie er in wenigen Worten diesen erheblichen Vorwurf...

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Kategorie(n): Inland  Ausland  Kultur