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  29.05.2015   09:41   Leserkommentare (4)

Immer doller: Europas Integrationsmanie

Wenn Verrücktheit bedeutet, immer wieder dasselbe zu tun und trotzdem ein anderes Ergebnis zu erwarten, dann ist Europa auf dem besten Wege, verrückt zu werden.

Obwohl oder gerade weil die europäische Integration immer mehr auf eine Havarie zusteuert, fordern die Spitzenpolitiker in Frankreich und Deutschland volle Fahrt voraus, ohne den Kurs zu ändern.

Es wirkt geradezu gespenstisch. Griechenland nähert sich immer mehr dem Staatsbankrott und dem Grexit. Das Vereinigte Königreich bereitet sich auf ein Referendum über den Brexit vor. Unbeirrt davon machen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Staatspräsident François Hollande an die nächsten Schritte der Integration.

Wie die französische Tageszeitung Le Monde am Montag berichtete, werden Merkel und Hollande auf dem EU-Gipfel im Juli eine weitere Vertiefung der Union...

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Kategorie(n): Inland  Ausland  Wirtschaft 

  21.05.2015   09:44   Leserkommentare (2)

Bitte warten: die EU und die Roaming-Gebühr

Angesichts der dräuenden Wolken am europäischen Horizont – der mögliche Austritt Großbritanniens aus der EU, Griechenlands Balancieren am Abgrund des Staatsbankrotts, und das Unvermögen, sich auf eine Antwort auf die Flüchtlingskrise im Mittelmeer zu einigen – stellen sich viele Bürger Europas die Frage nach dem Nutzen der europäischen Integration.

Ein Projekt wurde bisher immer als leuchtendes Beispiel für das segensreiche Wirken der EU herangezogen. Zwar betrifft es nicht Griechenland oder den Euro, dafür aber die Mobiltelefonrechnungen der Bürger.

Allerdings könnte es sich für die EU als Rohrkrepierer erweisen.

Die Europäische Kommission und das Europaparlament versuchen seit Jahren, die lästigen Zusatzkosten abzuschaffen, die Mobiltelefonnutzern bei Reisen in Europa abverlangt werden. Vor einiger Zeit noch waren...

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Kategorie(n): Wirtschaft 

  14.05.2015   23:16   Leserkommentare (im Wartemodus)

Pyrrhussieg für Cameron?

Ohne Frage ist das Wahlergebnis der britischen Konservativen viel besser ausgefallen, als von allen Meinungsforschern vorhergesagt. Der Gewinn der absoluten Mehrheit der Sitze im Unterhaus ist eine beachtliche Leistung von Premierminister David Cameron. Wohl noch nicht einmal er selbst hätte das für möglich gehalten. Die Glückwünsche dafür sind verdient.

Cameron sollte aber seinen Erfolg nicht zu lange feiern. Zum einen zeigt ein genauer Blick auf die Zahlen, dass sein Wahlsieg nicht ganz so beeindruckend war, wie er auf Anhieb erschien. Und die vor ihm liegenden Herausforderungen sind so groß, dass der vergangene Wahlkampf im Vergleich dazu wie ein Sonntagsspaziergang wirkt.

Die nächsten zwei Jahre werden darüber entscheiden, wie er und seine Zeit im Amt in die Geschichtsbücher eingehen. Wird man sich an ihn erinnern als den...

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  12.05.2015   10:31   Leserkommentare (1)

Das Katzengold der teuren Visa

Soll ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht in Australien käuflich zu erwerben sein? Diese Frage stellte sich die Productivity Commission des Landes in einem letzte Woche veröffentlichten Arbeitspapier. Der Anfrage der Kommission ging eine Absprache mit dem liberaldemokratischen Senator David Leyonhjelm voraus, der sich für die Wiedereinführung befristeter Duldungen (in Australien „temporary protection visa“) ausgesprochen hatte.

Die Idee, Zugangsrechte zu verkaufen, ist nicht neu. Erstmals wurde ein „Zuwanderungszoll“ durch den letztes Jahr verstorbenen Nobelpreisträger für Volkswirtschaft Gary Becker vorgeschlagen. In einem Vortrag für den Londoner Thinktank „Institute of Economic Affairs” 2010 skizzierte Becker, wie die Märkte an Stelle von Einwanderungsregelungen treten könnten. Wer sich durch Migration verbessern...

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Kategorie(n): Ausland  Wirtschaft 

  02.05.2015   10:07   Leserkommentare (2)

Die Schwierigkeiten mit der Corporate Governance

Man stelle sich das folgende Szenario vor. In einem Großkonzern irgendwo auf der Welt scheitert der betagte Mann an der Spitze – hoch in den Siebzigern – bei seinem Vorhaben, seinen Nachfolger im Amte des Vorstandschefs abzusetzen. Ihm stellen sich im Aufsichtsrat nicht nur die übrigen Anteilseigner sondern auch die ihre Macht ausspielende Belegschaft entgegen. Als Ergebnis des gescheiterten Putschs muss der Aufsichtsratschef zurücktreten, und unter dem Beifall seiner Widersacher tritt ein ehemaliger Gewerkschaftsführer interimistisch an seine Stelle.

Dieses Szenario spielte sich unlängst nicht in einem Entwicklungsland, sondern in Europa ab. Schauplatz war der nach Toyota zweitgrößte Automobilhersteller. Die von diesem Unternehmen gezeigte Seifenoper wird als eines der abschreckendsten Beispiele dafür, wie Corporate...

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Kategorie(n): Inland  Wirtschaft 

  24.04.2015   03:15   Leserkommentare (1)

Die Briten zwischen Baum und Borke

Bis zu den Parlamentswahlen im Vereinigten Königreich sind es nur noch zwei Wochen. Normalerweise gibt es in der Endphase des Wahlkampfes schon ein grobes Bild davon, wie die Wähler stimmen werden. Das ist dieses Mal anders. Die Ungewissheit über das Wahlergebnis und seine Folgerungen ist eine der wenigen Gewissheiten.

Seit Monaten liefern sich Labour und die Konservativen ein Kopf-an-Kopf-Rennen in den Umfragen. Beide kommen nicht über 30 bis 34 Prozent hinaus. Auch im britischen Mehrheitswahlsystem ohne Listenplätze, in dem jeder Abgeordnete direkt gewählt wird, lässt sich damit keine absolute Mehrheit im Parlament erringen. Sowohl die Torys von David Cameron als auch die Labour-Partei von Ed Miliband kämen so auf jeweils rund 270 Sitze, deutlich weniger als die für eine Mehrheit erforderlichen 326 Sitze. Keine der beiden...

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Kategorie(n): Ausland  Wirtschaft 

  17.04.2015   09:36   Leserkommentare (7)

Dexit: Der Ausweg aus dem Handelsüberschuss

Letzte Woche setzte ich mich an dieser Stelle mit der Kritik Ben Bernankes an Deutschlands exorbitant hohem Handelsüberschuss auseinander (Bernankes unausgegorener Vorschlag für Deutschland, 10. April 2015). Für manche Leser kam der Schluss vielleicht etwas überraschend: Mit seinem Handelsüberschuss würde Deutschland am besten fertig, wenn es die Eurozone verließe.

Dieses Mal möchte ich das Argument vertiefen. Ein deutscher Austritt aus der Eurozone würde nicht nur diesem Land die Währung bescheren, die es verdiente. Mit der verbleibenden Rumpfwährung hätte auch die übrige Eurozone eine gut an ihren Bedarf angepasste Währung.

Analysten der Investmentbank Morgan Stanley haben kürzlich ausgerechnet, welche Wechselkurse der jeweiligen Wirtschaftskraft einzelner Eurozone-Mitglieder angemessen wären. Insgesamt sehen sie den...

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Kategorie(n): Inland  Wirtschaft 

  10.04.2015   09:52   Leserkommentare (5)

Bernankes unausgegorener Vorschlag für Deutschland

Seit dem 30. März dieses Jahres verfasst der frühere Chairman der Federal Reserve Ben Bernanke Blogbeiträge über Wirtschaftspolitik für einen den Demokraten nahestehenden US-amerikanischen Thinktank, die Brookings Institution. Dort ist er Distinguished Fellow in Residence. Seine ersten Beiträge kreisten um Fragen wie die einer Erklärung für niedrige Zinssätze, die These einer „säkularen Stagnation“ sowie die globale Ersparnisschwemme. Alles durchaus von Interesse, aber auch ein bisschen fade.

Am fünften Tag seiner Bloggertätigkeit allerdings deutete Bernanke den wahren Bösewicht der Weltwirtschaft aus: ein Land, das angeblich eine große Gefahr für seine Nachbarn darstellt und dessen Politik eine Erholung der Weltwirtschaft gefährdet.

Damit meinte Bernanke nicht die unter Schulden ächzenden Japaner oder Griechen, es...

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Kategorie(n): Inland  Wirtschaft