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  02.07.2015   09:35   Leserkommentare (5)

Schuldzuweisungen innerhalb der Eurozone sind wohlfeil – aber keine Lösung

Liebe Leser, ich muss Sie um Nachsicht bitten. Seit fünf Jahren bemühe ich mich, für den Business Spectator und die Achse des Guten ausgewogene, gut recherchierte Kolumnen zu verfassen, ab und zu mit einer provokanten Aussage gewürzt. Heute – am Tag 1 nach dem griechischen Staatsbankrott – ist mir das nicht möglich. Ich bin einfach zu wütend.

Nun also, mit einer Entschuldigung an meine sehr geschätzten Herausgeber, meine Wutrede über Athen.

In der schier endlosen Eurokrise war die vergangene Woche zweifellos die bisher bizarrste. Ich kann mich nicht daran erinnern, etwas ähnliches je erlebt zu haben. Wir wurden Zeugen einer unfassbaren Mischung aus politischem Dilettantismus, Chuzpe und Aggressivität.

Niemand in diesem Euro-Spiel ist unschuldig. Alle Beteiligten müssen ihren Anteil an dem Desaster eingestehen und ihre...

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Kategorie(n): Inland  Ausland  Wirtschaft 

  25.06.2015   08:46   Leserkommentare (8)

Gefangen in der hellenischen Endlosschleife

Die beste Karikatur zur griechischen Krise erschien vor kurzem im Daily Telegraph. Auf fünf deckungsgleichen Bildern erscheint die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Mit erhobenem Zeigefinger warnt sie ihr griechisches Gegenüber jedes Mal: „Das ist Ihre letzte Chance.“ Lediglich die Jahreszahl ändert sich von Bild zu Bild: 2011, 2012, 2013, 2014 und 2015. Touché!

Tatsächlich schleppen wir die griechische Schuldenkrise schon mehr als fünf Jahre mit uns herum, daher gehört in die Karikatur noch das Jahr 2010 als erstes Bild. Noch erstaunlicher: Alle bisherigen Lösungsversuche folgten demselben Muster: endlose Verhandlungen, Ultimaten, Deals in letzter Minute – jeweils gefolgt von der Versicherung, dies sei nun aber der letzte solche Deal.

Hätte jemand 2010 vorhergesagt, dass wir fünf Jahre später immer noch über...

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Kategorie(n): Ausland  Wirtschaft 

  18.06.2015   07:23   Leserkommentare (3)

Rätselraten über die deutsche Haltung zu Griechenland

Das Spiel ist aus amerikanischen Crime-Shows bekannt: ein Polizist (der „bad cop“) spielt den Bösewicht, der andere („good cop“) gewinnt Vertrauen durch kleine Gesten. Die griechische Regierung spielt es routiniert. Finanzminister Giannis Varoufakis, der seine europäischen Kollegen mit langen Monologen und provokanten Statements nervt (wenn er nicht gerade mit Interviews beschäftigt ist), bildet den Kontrast zu Premierminister Alexis Tsipras, der zumindest versucht, sich als verantwortungsvoller, dialogbereiter Regierungschef zu präsentieren, auch wenn er sich nur selten auf etwas festlegen lässt.

Diese griechischen Spiele sind wir inzwischen gewohnt. Aber Griechenland ist keineswegs das einzige Land mit einer verwirrenden Verhandlungstaktik. Noch schwieriger ist es, die Logik hinter der deutschen Position zu erkennen.

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Kategorie(n): Inland  Ausland  Wirtschaft 

  12.06.2015   01:03   Leserkommentare (8)

Öffentlich-rechtlich rechnet sich nicht

Einst, als Peter Frankenfelds großkariertes Sakko von den Mattscheiben in die Wohnzimmer schimmerte, war Fernsehen etwas Besonderes. Die Farbpalette bot die Auswahl zwischen schwarz und weiß. Auch die Anzahl der Kanäle ließ sich an den Fingern einer Hand (oder gar nur einem Finger) abzählen. Die Frühzeit regelmäßiger TV-Programme war auch die Zeit, in der öffentlich-rechtliche Sender wie die ARD (und z.B. in Australien die Australian Broadcasting Corporation) gegründet wurden.

Die Rolle des Staates in den TV-Sendern wurde mit einfachen Argumenten begründet. Es gab wenige Frequenzen für TV-Kanäle, was einer vielfältigen Medienlandschaft abträglich erschien. Als ein „öffentliches Gut“ wurde für das Fernsehen ein Marktversagen konstatiert. Es war nicht möglich, Zuschauer am Empfang analoger TV-Signale zu hindern. Dem...

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Kategorie(n): Inland  Ausland  Wirtschaft 

  05.06.2015   10:17   Leserkommentare (4)

Nach der Krise ist vor der Krise

Und wieder geht es für Griechenland um die Wurst. In den kommenden Tagen erfahren wir wieder einmal, ob Griechenland in der Eurozone bleibt, ob es mehr Rettungsgelder erhält oder ob es am Ende Staatsbankrott anmeldet.

Spannende Fragen – normalerweise. Allerdings geht dieses Schauspiel schon ins fünfte Jahr, und da fällt es schwer, weiter großen Anteil zu nehmen.

Im Prinzip stellt sich die Lage für Griechenland nicht viel anders dar als Ende 2009. Damals brach die Euro-Krise aus. Wenn Griechenland der Stein des Anstoßes ist, den die EU immer weiter vor sich her kickt, ohne eine Entscheidung zu treffen, dann ist er mittlerweile vom vielen Treten wohl schon rund.

Die Gründe dafür, dass Griechenland im Euro-Klub bleibt und bisher nicht zu einer eigenen Währung zurückgekehrt ist, sind politischer Natur, keiner hat im...

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Kategorie(n): Ausland  Wirtschaft 

  29.05.2015   09:41   Leserkommentare (7)

Immer doller: Europas Integrationsmanie

Wenn Verrücktheit bedeutet, immer wieder dasselbe zu tun und trotzdem ein anderes Ergebnis zu erwarten, dann ist Europa auf dem besten Wege, verrückt zu werden.

Obwohl oder gerade weil die europäische Integration immer mehr auf eine Havarie zusteuert, fordern die Spitzenpolitiker in Frankreich und Deutschland volle Fahrt voraus, ohne den Kurs zu ändern.

Es wirkt geradezu gespenstisch. Griechenland nähert sich immer mehr dem Staatsbankrott und dem Grexit. Das Vereinigte Königreich bereitet sich auf ein Referendum über den Brexit vor. Unbeirrt davon machen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Staatspräsident François Hollande an die nächsten Schritte der Integration.

Wie die französische Tageszeitung Le Monde am Montag berichtete, werden Merkel und Hollande auf dem EU-Gipfel im Juli eine weitere Vertiefung der Union...

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Kategorie(n): Inland  Ausland  Wirtschaft 

  21.05.2015   09:44   Leserkommentare (2)

Bitte warten: die EU und die Roaming-Gebühr

Angesichts der dräuenden Wolken am europäischen Horizont – der mögliche Austritt Großbritanniens aus der EU, Griechenlands Balancieren am Abgrund des Staatsbankrotts, und das Unvermögen, sich auf eine Antwort auf die Flüchtlingskrise im Mittelmeer zu einigen – stellen sich viele Bürger Europas die Frage nach dem Nutzen der europäischen Integration.

Ein Projekt wurde bisher immer als leuchtendes Beispiel für das segensreiche Wirken der EU herangezogen. Zwar betrifft es nicht Griechenland oder den Euro, dafür aber die Mobiltelefonrechnungen der Bürger.

Allerdings könnte es sich für die EU als Rohrkrepierer erweisen.

Die Europäische Kommission und das Europaparlament versuchen seit Jahren, die lästigen Zusatzkosten abzuschaffen, die Mobiltelefonnutzern bei Reisen in Europa abverlangt werden. Vor einiger Zeit noch waren...

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Kategorie(n): Wirtschaft 

  14.05.2015   23:16   Leserkommentare (im Wartemodus)

Pyrrhussieg für Cameron?

Ohne Frage ist das Wahlergebnis der britischen Konservativen viel besser ausgefallen, als von allen Meinungsforschern vorhergesagt. Der Gewinn der absoluten Mehrheit der Sitze im Unterhaus ist eine beachtliche Leistung von Premierminister David Cameron. Wohl noch nicht einmal er selbst hätte das für möglich gehalten. Die Glückwünsche dafür sind verdient.

Cameron sollte aber seinen Erfolg nicht zu lange feiern. Zum einen zeigt ein genauer Blick auf die Zahlen, dass sein Wahlsieg nicht ganz so beeindruckend war, wie er auf Anhieb erschien. Und die vor ihm liegenden Herausforderungen sind so groß, dass der vergangene Wahlkampf im Vergleich dazu wie ein Sonntagsspaziergang wirkt.

Die nächsten zwei Jahre werden darüber entscheiden, wie er und seine Zeit im Amt in die Geschichtsbücher eingehen. Wird man sich an ihn erinnern als den...

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