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Beiträge von  

  20.04.2015   20:39   Leserkommentare (4)

Charlie filmte nicht

Dass eine WDR-Dokumentation über den Vietnamkrieg ungefähr so differenziert rüberkommen würde wie ein Beitrag der Deutschen Wochenschau von 1943 über Stalingrad, das wurde bei der Erstausstrahlung des Werks auf „arte“ am 14. April schnell klar. Der französisch-deutsche Spartensender ließ für die Intro über den längsten und komplexesten Krieg nach WK II eine junge Moderatorin und die APO-Oma Gretchen Dutschke miteinander schnattern, als säßen die beiden auf einer Tupperparty. Die Narration stand fest. David im schwarzen Pyjama bezwingt mit der Steinschleuder Goliat, den Napalmbomber.

Und die Frau von dem Rudi hatte das schon immer gewusst!

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Kategorie(n): Ausland 

  13.04.2015   12:56   Leserkommentare (3)

Verschwört euch! ZDF goes Kopp-Verlag

Als Guido Knopp vor zwei Jahren seine Hobbyhistorikerwerkstatt im ZDF altersbedingt verließ, befürchteten manche das Schlimmste. Würde die Reihe „History“, eine hinreißend bekloppte Melange aus allfälligem Naziquark („Herrenmenschen im Regenwald – das Geheimnis der deutschen Amazonasexpedition“), laientheatermäßigen Einspielfilmchen und kopfwackelndem Zeitzeugengebrabbel ohne den Gröhpaz Knopp (Größter Hitler-Profiteur aller Zeiten) ihren sepiabraunen Charme behalten?

Ja doch! Vergangenen Sonntag erfreute zur Geisterstunde wieder eine Spitzenausgabe von History das verschwörungstheorieverwöhnte ZDF-Publikum.

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Kategorie(n): Kultur 

  30.03.2015   11:34   Leserkommentare (2)

Schreib das um, Kisch!

Im April geht es in bestimmten Büros des Hamburger Verlagshauses Gruner + Jahr normalerweise hektisch zu. Dann rückt die alljährliche Verleihung des Henri-Nannen-Preises näher, nach Ansicht der Branche der bedeutendste deutsche Journalistenorden. Texte müssen bewertet, Long- und Shortlists erstellt, Laudationes entworfen werden. Unzählige Termine sind zu koordinieren, weit über tausend Einladungen zu versenden, Flüge, Züge und Hotelzimmer zu buchen. Die Übergabe der „Henris“ in sieben Kategorien ist das Hochamt der Medienszene. Die macht sich jeden Mai auf die Socken an die Elbe.

Heuer fällt die große Sause aus.

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Kategorie(n): Kultur 

  26.03.2015   23:23   Leserkommentare (7)

Flug 4U 9525

Es war nach meiner Erinnerung im Sommer 2010, als stern.de die Kommentarfunktion abschaltete und Leser auf seine Facebook-Seite verwies. Redaktionsinterne Begründung, damals: zu teuer. Man müsste einen Drei-Schichten-Personalapparat installieren, um irre und, vor allem, rechtlich angreifbare Kommentare auszusortieren. In diesen Tagen kommt mir die Entscheidung beinahe visionär vor. Der Gestank von Betroffenheitserbrochenem, Verschwörungsmüll und Kluggeschissenem aus den für alle Idioten offenen Medienportalen ist mittlerweile so penetrant, dass man ihn wahrscheinlich bis auf die Reiseflughöhe eines A320 riechen kann.

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Kategorie(n): Kultur 

  23.03.2015   23:24   Leserkommentare (2)

TV-Tipp: “Windiges Geld”

Ausnahmsweise beschäftigt sich das NDR-Regionalfernsehen mal kritisch, ja regelrecht investigativ mit den Machenschaften der Windradindustrie:
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/Windiges-Geld,sendung347846.html

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Kategorie(n): Inland 

  17.03.2015   19:01   Leserkommentare (im Wartemodus)

Komm, ich zeig dir meine Heimat…

...mal lieber ohne blinkende Windparks und riesige Maiswüsten:

„Der Bildband gibt Aufschluss über das Bundesland, das sich den ‘echten Norden’ nennt und erzählt die Geschichte eines Mannes, der auf seine Heimat blickt und dessen rauhe Schönheit in Licht und Schatten einfangen möchte“ („stern.de“, 17.3. 2015).
http://www.stern.de/reise/buchvorstellung-schleswig-holstein-fotografien-von-oliver-franke-2179686.html

“Mais über Mais – da gibt es Gemeinden, da besteht die Ackernutzung im Grunde genommen nur noch aus Mais. Und das ist natürlich schon eine Monokultur, eine Maiswüste, wo auch schon Touristen sagen: Wir können hier einfach eine Radtour nicht mehr genießen, weil wir gar nicht mehr in die Landschaft schauen können – um uns herum zwei Meter hoch Mais” (“Deutschland Radio”, 17.3. 2015)....[Weiterlesen…]

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Kategorie(n): Kultur 

  13.03.2015   10:15   Leserkommentare (8)

Sündenkreuzfahrt. Nächster Hafen: Armenien

„Warum sind wir so gerne schuld?“ fragte das Debattenmagazin „Cicero“ unlängst. Guter Punkt. Die Neigung jedenfalls bestimmter Milieus, die Verbrechen des Nationalsozialismus für singulär, gewissermaßen für unübertrefflich zu halten, hat schon öfters für Irritationen gesorgt, sogar im Ausland. Der Philosoph Hermann Lübbe nannte das Phänomen den “Sündenstolz der Deutschen”, die zu ihren Untaten stünden wie zu sportlichen Höchstleistungen. Bloß war schwer erklärbar, weshalb Deutschland diesen Stolz gepachtet hätte. Andere Staaten mit beachtlichen Völkermord- und Kriegsverbrechenleistungen besitzen dafür kein Faible. Man frage mal in Japan nach. Auch die massenvernichtungsmäßig sehr effektiven Genossen Stalin und Mao stehen noch immer auf vielen Sockeln.

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Kategorie(n): Kultur 

  04.03.2015   09:22   Leserkommentare (10)

Pelzig hält sich. Im Zweiten Doofen Fernsehen

Kabarettisten, die ihren Dialekt zur komikbildenden Grundversorgung einsetzen, sind meist nicht die hellsten Kerzen auf der Satiretorte. Jürgen Becker, der krachkölsche Jung vom Dienst, stellt das seit drei Jahrzehnten unter Beweis. Gerhard Polt bildet eine Ausnahme; er beherrscht das Schwedische tatsächlich besser als das Hochdeutsche. Dieter Hildebrandt dagegen ging nie an der Mundartkrücke. Dieter Nuhr und Vince Ebert kommen ebenfalls ohne Idiomgebrabbel aus. Ein gewisser Pelzig, der gelegentlich zur Nachtstunde ein überschaubares ZDF-Publikum bespaßt, legt sogar noch einen drauf. Ausstaffiert mit Janker, Spießerhütchen und Karohemd, möchte er signalisieren: Auch ein waschechter Bayer muss nicht blöd sein. Wer hätte das gedacht?

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Kategorie(n): Kultur